Rosenkranzgebet

Der Rosenkranz gehört zu der in allen großen Religionen beheimateten Familie der Gebetsschnüre. Eine Gebetsschnur, an der verschiedene Perlen aneinandergereiht sind, dient zunächst einmal dem Abzählen einer bestimmten Anzahl von Gebeten. Mit diesen Zahlen werden teils magische, teils symbolische Vorstellungen verbunden. Die Zahl 10 zum Beispiel symbolisiert Vollkommenheit und Harmonie. Psychologisch dienen solche Kettengebete der Konzentration (eine Aussage, ein Thema, ein Anruf) und der Intensität (Wiederholungen).

Der in der katholischen Kirche heute weithin übliche Rosenkranz besteht aus einer Kette von 5 Zehnergruppen, die jeweils von einer etwas grösseren Perle voneinander getrennt sind. Das optisch wie ein Anhängsel erscheinende Perlenstück, bestehend aus einem Kreuz, einer dickeren Perle und einer Dreiergruppe von Perlen ist der Rosenkranzanfang.

Jeder Rosenkranz beginnt (beim Kreuz) mit dem Beten des Kreuzzeichens ("Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist. Amen"), dem Glaubensbekenntnis, einem erneuten Kreuzzeichen und dem Vaterunser. Die folgende Dreiergruppe entspricht drei "Gegrüsset seist du, Maria" und der Erinnerung an die drei göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung und Liebe). Es folgt eine der größeren Perlen, bei der jeweils ein Vaterunser gebetet wird. Dann beginnt der eigentliche "Kranz" mit 5 mal 10 Perlen. Jeder dieser 5 Zehnergruppen entspricht einem Glaubensgeheimnis, das jeweils den 10 "Gegrüsset seist du, Maria"-Gebeten eingefügt wird. Jeweils fünf dieser Gesetze ergeben zusammen einen "Rosenkranz" . So gibt es traditionell den "schmerzhaften", den "glorreichen" und den "freudenreichen" Rosenkranz. Papst Johannes Paul II. schlägt zudem einen "lichtreichen" Rosenkranz vor.

„Mit dem Rosenkranz geht das christliche Volk in die Schule Mariens, um sich in der Betrachtung der Schönheit des Antlitz Christi und in die Erfahrung der Tiefe Seiner Liebe einführen zu lassen.

In der Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse schöpft der Gläubige Gnade und Fülle, die er gleichsam aus den Händen der Mutter des Erlösers selbst erhält. Den Rosenkranz beten ist tatsächlich nichts anderes: Als mit Maria das Antlitz Christi zu betrachten!“  Joh. Paul II

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Maria sagte:
Meine Seele preist
die Grösse des Herrn,
und mein Geist
jubelt über Gott,
meinen Retter.

Lukas 1,46-47